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Pressemitteilung der Sozialen und Politischen Bildungsvereinigung Limbach-Oberfrohna e.V. zum Stay Rebel Festival 2011 in Limbach-Oberfrohna

Wie letztes Jahr holen wir auch in diesem Jahr das Stay Rebel Festival nach Limbach-Oberfrohna – unter dem Motto „Aufstand im Schlaraffenland“. So bieten wir mitten in der Innenstadt von 13:00 Uhr bis 20:00 Uhr ein breites und buntes Programm, um alternative Jugendkultur in Verbindung mit einem politischen Bildungscharakter in das sächsische Hinterland zu etablieren.

Dieses Festival soll wie letztes Jahr ein Zeichen gegen menschenverachtende Ideologien, vorallem gegen Nazismus, setzen. So gibt es unter anderem von der MdL Freya-Maria Klinger einen Vortrag über die sächsische Asylpolitik und dessen menschenverachtenden Charakter. Weitergehend wird der Film „Die Tragödie der Provinz“ von Maik Baumgärtner gezeigt. In diesem Film geht es um neonazistische Strukturen und Aktivitäten im Vogtland. Außerdem werden zwei Workshops angeboten: „Was Barbie und Superman uns vorgeben“ vom Netzwerk für Demokratie und Courage, sowie „Das Hufeisen an den Nagel hängen“ von der Roten Hochschulgruppe aus Chemnitz. Der erstere geht um Sexismus und dessen Folgen, der letztere um die Kritik am Extremismuskonzept.

Zusätzlich wird den verschiedensten Gruppen, die sich für eine emanzipierte Gesellschaft einsetzen, eine Möglichkeit geboten ihre Arbeit vorzustellen. Infostände von Antifa-Gruppen, vom RAA-Sachsen, vom Bunten Bürgerforum, von der Freien Arbeiter_innen Union etc. sind da nur einige Beispiele. Zudem wird es viele unterschiedliche Redebeiträge geben. Eine Podiumsdiskussion auf der Bühne, bei welcher antifaschistisches Engagement in der sächsischen Provinz diskutiert wird, bildet dabei den Höhepunkt des Bildungsteils des Festivals.

Zur musikalischen Unterhaltung wurde dieses mal wieder ein sehr buntes Programm organisiert. Es treten Attic Sounds (Garage / House / Rock), Gone For Broke (Hardcore), Meniak (Fusion / Latin / Ska) und Berlinska dróha (akustisch / Folk) auf. Abgerundet wird das Bühnenprogramm von einer Feuershow gegen Ende des Tages. Den ganzen Tag über wird es ebenfalls eine Kinderecke, warmes veganes Essen und eine Bar geben. Der Eintritt ist wie letztes Jahr natürlich frei.

Weitergehend ist zu sagen, dass wir als Veranstalter_innen Jede_n vom Festival verweisen, der_die nazistische Symbole an der Kleidung trägt, in der Vergangenheit durch menschenverachtendes Verhalten oder Äußerungen aufgefallen ist beziehungsweise diskriminierendes Verhalten auf dem Festival selbst betreibt.

Ablaufplan:

Bühnenprogramm:

14:00Uhr – Eröffnungsredebeitrag
14:30Uhr – Attic Sounds
15:30Uhr – Berlinska Dróha
16:30Uhr – Podiumsdiskussion
17:30 Uhr – Gone For Broke
18:30Uhr – Meniak
19:30Uhr Feuershow

Zelt A:

15:00Uhr Vortrag über sächsische Asylpolitik von Freya-Maria Klinger
17:30Uhr Workshop „Was Superman und Barbie uns vorgeben“ vom Netzwerk für Demokratie und Courage

Zelt B:

14:30Uhr Workshop „Das Hufeisen an den Nagel hängen“ von der Roten Hochschulgruppe Chemnitz
17:30Uhr Vorführung des Films „Tragödie der Provinz“ von Maik Baumgärtner

Jingle zum Stay Rebel in Limbach-Oberfrohna

http://freie-radios.net/42553

Stay Rebel in Limbach-Oberfrohna

„Von der Stadt bekommen wir keinerlei Unterstützung – es ist auch keine zu erwarten.“ Trotz dieser ernüchternden Aussage organisiert die „Soziale und politische Bildungsvereinigung Limbach-Oberfrohna e.V.“ auch in diesem Jahr das „Stay Rebel“ – mit Unterstützung der Amadeu Antonio Stiftung.

Limbach-Oberfrohna, eine Kleinstadt im südwestlichen Sachsen, gilt seit Jahren als Hochburg der Neonazis. Hier veranstaltet die NPD 2011 zum wiederholten Male ihre „große Jahresauftaktveranstaltung“ und sitzt auch im Stadtrat. Auch neonazistische Straftaten sind an der Tagesordnung: Pöbeleien, Drohungen und gewaltsame Übergriffe auf alternative Jugendliche sowie auf Migrantinnen und Migranten. Auch das Vereinshaus engagierter Jugendlicher wird wiederholt zum Angriffsziel. Mehrfach werden Scheiben eingeschlagen, Hakenkreuze an die Wände geschmiert und schließlich, im November vergangenen Jahres, das Haus in Brand gesteckt. Die lokale und auch landesweite Politik allerdings verkennt das Problem. Sie sucht es bei den jungen Engagierten – und macht die Opfer zu den Tätern. Einmal beispielsweise wollten die Jugendlichen an Opfer rechter Gewalt erinnern und malten Umrisse von Menschen mit Kreide auf die Straße. Die Stadt holte die Feuerwehr, um die Kreidestriche wegzuspülen und zeigte die Engagierten wegen Sachbeschädigung an. Der nächste Regen hätte es wohl nicht getan.

Engagieren statt wegschauen

Die Situation in Limbach-Oberfrohna ist also besorgniserregend. Im Oktober 2008 aber gründeten diese engagierten Jugendlichen die „Soziale und politische Bildungsvereinigung Limbach-Oberfrohna e.V.“, die sich hohe Ziele gesteckt hat. Dazu gehören unter anderem „ein friedliches Miteinander zu fördern“, „fremdenfeindliche, sexistische, gewaltverherrlichende und menschenverachtende Strukturen in der Gesellschaft zu bekämpfen“ und „insbesondere jungen Menschen bei ihrer politischen Meinungsbildung zu unterstützen und ihnen demokratische Werte zu vermitteln“. Ganz in diesem Sinne planen die Vereinsmitglieder nicht nur Vorträge, Diskussionsrunden und Demonstrationen, um so die demokratische Kultur zu stärken, sondern auch das sogenannte „Stay Rebel Festival“. Unter dem programmatischen Namen „Stay Rebel“ findet seit 2007 jährlich in einem Park in Chemnitz, seit 2009 auch in anderen Städten in den neuen Bundesländern und 2010 erstmals auch in Limbach-Oberfrohna, dieses alternative Festival statt. Die Vereinsmitglieder, die zumeist Schülerinnen und Schüler, Auszubildende und Studierende sind, wollen die Bürgerinnen und Bürger von Limbach-Oberfrohna auf die Probleme ihrer Stadt aufmerksam machen und zeigen, dass gegen Rassismus, Sexismus und Homophobie vorgegangen werden muss. Dafür wird unter dem Motto „Aufstand im Schlaraffenland“ ein vielfältiges Angebot auf die Beine gestellt.

Das Festivalprogramm

Die Festivalbesucherinnen und -besucher erwartet auf einer Bühne ein abwechslungsreiches Musikprogramm, bei dem die angekündigten Bands Attic Sounds, Gone for Broke, Meniak und Berlinska dròha von Rock über Hardcore bis hin zum Folk für jeden Geschmack etwas bieten. Dazwischen wird es eine Podiumsdiskussion geben, um die Entwicklungen in Limbach-Oberfrohna zu thematisieren. An dieser werden sich Vertreterinnen und Vertreter vom Netzwerk Tolerantes Sachsen, vom Bürgerforum Limbach-Oberfrohna, von der RAA Sachsen und von der sozialen und politischen Bildungsvereinigung Limbach-Oberfrohna beteiligen. Des Weiteren präsentieren verschiedene Organisationen und Bündnisse ihre Arbeit an Informationsständen. In Zelten rund um die Bühne werden Workshops zum Thema Sexismus, unter dem Titel „Was Superman und Barbie uns vorgeben“ vom Netzwerk für Demokratie und Courage Chemnitz und zur Kritik am Extremismusbegriff, unter dem Titel „Das Hufeisen an den Nagel hängen“ von der roten Hochschulgruppe Chemnitz angeboten. Auch Vorträge zu verschiedenen Themen, unter anderem zur sächsischen Asylpolitik und die Vorführung des Films „Tragödie der Provinz“ stehen auf dem Programm. Die Amadeu Antonio Stiftung unterstützt die Durchführung der geplanten Workshops. Für das leibliche Wohl wird in der KÜFA (Küche für alle) gesorgt, an die Kinder wird in einer Bastelecke, bereitgestellt vom Alternativen Jugendzentrum Chemnitz, gedacht und Jugendlichen wird eine Sprühwand zur Verfügung gestellt. Zum Abschluss des Festivals wird wie im letzten Jahr eine Feuershow geben.

Die Organisation

Das Festivalprogramm klingt nicht nur vielversprechend, sondern auch nach viel Organisations- und Zeitaufwand. Daniel Drescher, Mitglied der sozialen und politischen Bildungsvereinigung Limbach-Oberfrohna, sagt dazu: „Die Organisation war dieses Jahr auf jeden Fall leichter. Weitergehend profitieren wir natürlich aus den geknüpften Kontakten vom letzten Jahr. Wir wissen dieses Jahr auch, auf was wir achten müssen.“ 2010 wurden der Bildungsvereinigung bei der Organisation von Seiten der Stadtverwaltung Limbach-Oberfrohna wiederholt Steine in den Weg gelegt. Mehrfach wurde das Festival im Vorfeld verboten, zweimal musste es deshalb verschoben, die Planung jedes Mal von vorne begonnen und die Genehmigung letztlich mit juristischer Unterstützung erkämpft werden. Erfreulicherweise gab es in diesem Jahr nach Auskunft von Daniel Drescher „noch keine nennenswerten Hürden“. Die schriftliche Genehmigung liegt bereits vor, aber Ende Juli steht noch das Kooperationsgespräch mit der Versammlungsbehörde an. „Es wird sich zeigen ob da noch ein Rückschlag behördlicher Seite folgt – so wie wir es eigentlich in Limbach gewohnt sind. Aber bis jetzt sieht es gut aus.“, so Daniel Drescher weiter. Was die Teilnehmerzahl betrifft ist der Verein zuversichtlich. Mit einer Steigerung ist auf jeden Fall zu rechnen, denn durch das Festival im letzten Jahr hat sich der Bekanntheitsgrad erhöht. Es könnten zwischen 400 und 500 Interessierte der Einladung nach Limbach-Oberfrohna folgen. Seit der Gründung der sozialen und politischen Bildungsvereinigung Limbach-Oberfrohna vor drei Jahren beweisen die engagierten Jugendlichen ihren Mut und ihr Durchhaltevermögen – und das nicht nur gegenüber der örtlichen Neonaziszene, sondern auch gegenüber der Stadtverwaltung.

Das wichtigste noch mal zum Schluss: Das diesjährige Stay Rebel findet am 20. August 2011 auf dem Johannisplatz in Limbach-Oberfrohna zwischen 13 und 22 Uhr statt. Wie im letzten Jahr ist der Eintritt frei. Also sei dabei und bleib rebellisch!

Von Katharina Weile

Quelle: http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/aktuelles/stay-rebel-in-limbach-oberfrohna/

Flyer, Sticker und Poster sind für das Stay Rebel Limbach-Oberfrohna 2011 da!

Flyer für 2011:

Poster für 2011:

Sticker für 2011: